Jahresabschluss-Rundmails


Kennt ihr das auch? Jetzt kurz vor dem Jahresende treffen über E-Mail und seit einigen Jahren verstärkt über Facebook Rundmails von Bekannten ein, die über mehrere Seiten verteilt schön ihr Privatleben noch einmal Revue passieren lassen möchten (oder müssen?). Bei einigen E-Mails freue ich mich, weil ich von denen seit langer Zeit nichts mehr gehört habe. Diese Leute sind auch nicht bei Facebook oder wenn doch, dann nicht so aktiv. Sie rufen auch nicht so häufig E-Mails ab oder beantworten diese in einem gewissen Zeitraum. Bei den Leuten freue ich mich auch, dass sie kurz und freundlich erklären, was bei ihnen so im vergangenen Jahr abgelaufen ist. Das weckt einige Erinnerungen an einige gemeinsam verlebte Situationen (wenn man bei Geburtstagen, Taufen, Hochzeiten,..) mit von der Partie war.

Bei anderen Jahresabschluss-Rundmails nervt es mich eher. Das sind dann die Rundmails von den Leuten, mit denen man eher weniger zu tun hatte im Jahr, und die dann dick auftragen und pompös und mit stolz geschwellter Brust erzählen, wie deren Mustersohn/tochter dieses Jahr tolle Erfolge beim Geigen/Klavier/Cello-Konzert feiern konnte oder dass der Nachwuchs mit Topnoten das Abitur abgeschlossen hat und im nächsten Jahr für 6 Monate in einem Entwicklungsland das soziale Gewissen aufbessern möchte, weil er danach ja ein Stipendium an einer renommierten deutschen Elite-Uni hat, für BWL oder so Zeugs. Oder es wird darüber berichtet, wie die Katze es geschafft hat, den Laserpointer hinterher zu jagen. Natürlich wird dann auf eine Online-Videoplatform verlinkt. In Klammern steht dann dahinter, dass so was im Internetjargon „Cat-Content“ heißt. Na da bin ich ja echt happy, dass ich das dann auch mitbekomme… Natürlich klicke ich nicht auf den Link zu dem Youtube-Video. Jedenfalls nicht sofort.

Bei vielen Rundmails sehe ich auch sofort, ob sie in der aktuellsten Microsoft Office-Version verschickt wurde, wo sie auf dem Computer abgespeichert wurde, wer der Autor ist und wenn Bilder verlinkt oder eingebunden sind, mit welchem Programm die Bilder hinzugefügt oder bearbeitet wurden. Bei den Rundmails, die offensichtlich eine „doc/docx“-Endung haben, lasse ich zum großen Teil erst mal den Virenscanner drüber laufen. Man weiß ja nie, schliesslich verfahre ich speziell so bei den Leuten, die ich der Kategorie „Offliner/Internet-Ausdrucker“ zuordnen würde. Ja, das sind auch die Personen gewesen, die immer wieder E-Mails rumschicken mit ganz gefährlichen Androhungen, die sie irgendwo erhalten haben, dass Facebook und Google ganz gemeine und fürchterliche Firmen wären, die nur deine Daten wollen.. Jaaaa… Das haben sie zumindest von nem guten Freund ihrer Tochter erfahren und der muss es ja wissen, der sitzt eh nur den ganzen Tag am Rechner und spielt so gefährliche Computerspiele wie „MafiaWars“.

Worüber ich mich dann doch freue, sind E-Mails, die eher personalisierter sind. Also die weniger Text und Fotos enthalten, dafür einen kleinen Satz mit – „hey Alex, meld dich doch mal wenn du wieder in der Nähe bist“ oder „ruf doch mal an, hier unsere neuen Telefonnummern“. Das ist ganz hilfreich. Denn bei vielen fehlt entweder die postalische Anschrift als Signatur oder die Telefonnummer ist veraltet.

Im Übrigen, ich schreibe keine Rundmails am Ende des Jahres – dafür hab ich Twitter, Google+, Facebook, neuerdings Path, LinkedIn und Co. Auch dieses Ding was ab und zu mal klingelt – Telefon und Handy. Und ach ja, E-Mail geht bei mir auch.

Und wer wirklich wissen will, was ich so gemacht habe das Jahr über, wie es mir so geht – der kennt mich und ruft hin und wieder an oder wir sehen uns alle paar Monate und trinken ein Bierchen.🙂

Und wie handhabt ihr das so? Wie sind eure Erfahrungen oder Eindrücke, gab es bei euch auch peinliche Rundmails?

Eine Antwort zu “Jahresabschluss-Rundmails

  1. Interessant. Ich bin vielleicht manchmal peinlich, aber ich bekomme weder Rundmails noch schreibe ich welche. Mit dem Kontakt über Social Networks hapert es trotzdem, da viele meiner RL Freunde/Verwandeten genau diese meiden. Sehr zu meinem Bedauern.
    Einen guten Rutsch ins neue Jahr allerseits.

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