Meine Gedanken zu: Erntedank


Ich möchte in meinem Blog eine neue Kategorie einführen „Meine Gedanken zu: “ – heute mal über Erntedank. Das ist doch mehr als „In eigener Sache“ und enthält aktuelle Gedanken die ich niederschreiben möchte. Und was ich nicht in vielen Tweets oder Facebookbeiträgen loswerden möchte…

Heute ist Erntedank. Früher bin ich immer nach Tübingen zur Stiftskirche Tübingen gefahren um dort am Gemeindefest teilzunehmen, auch weil ich frühere Bekannte und Freunde wieder getroffen habe. Dieses Jahr fällt das dortige Gemeindefest aufgrund von brandschutzrelevanten Baumaßnahmen im Gemeindehaus Lamm aus und somit bleibe ich diesen Erntedank hier in Frankfurt. Und werde weiter die Umzugskartons auspacken und mich mehr und mehr wohler in meiner neuen Wohnung fühlen können. Der Umzug war eine gute Entscheidung.

An Erntedank war ich früher sehr aufgeregt, es gab für mich immer viel zu tun, ich habe mich früher bei der Organisation von Technik, Aufbau und Unterhaltung von Jugendlichen eingebracht. Für mich war es mehr als ein Gottesdienst. Es war das Gemeinschaftsgefühl mit vielen anderen einen Tag für andere Kirchenmitglieder und -besucher so zu gestalten das diese sich auch wohl fühlen und genießen konnten. Und gemeinsam Gott für das zu danken, für das man jeder selber persönlich dankbar war. Durch den Umzug vor 3 Jahren nach Frankfurt habe ich leider keine Kirchengemeinde gefunden, die ich ansprechend fand oder in der ich mich wohlfühlen konnte. Natürlich lag es auch daran, das ich zuerst aktiv nicht danach gesucht habe. Aber inzwischen wäre ich doch gerne mal wieder froh, ein wenig geistlichen Input und Gemeinschaft zu erleben und mal „anzukommen“ in Frankfurt. Und neben der Arbeit und dem Engagement in der Piratenpartei eine andere Beschäftigung zu haben.

Ich hatte fest vor, heute morgen in einen Erntedankgottesdienst hier in einer Kirche (nur 5-10min zu Fuß entfernt) zu gehen, aber mich verließ der Mut. Auch weil es nur ein Gottesdienst zu Erntedank war und kein Gemeindefest. Das heißt für mich, das ich nur die Chance hätte, nach dem Gottesdienst in einem kurzen und kleinen Zeitfenster mit dem Pfarrer ein paar Worte zu wechseln. Und da ich nicht der einzige gewesen wäre, habe ich mich dagegen entschieden hinzugehen. Jedoch auf der Website einen anderen Termin gefunden, der mich mehr interessiert, und auch noch einen Abendgottesdienst. Zwar auch noch zu Erntedank aber mit geschichtlichem Hintergrund und die eventuelle Möglichkeit nach dem Gottesdienst mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Aber zurück zu meinen (kurzen) Gedanken zu Erntedank…
… mein letzter Gottesdienstbesuch war wenn ich richtig liege, an Ostern, und auch dann wieder bin ich nach Tübingen zur alten Gemeinde gefahren. Auch weil es dort das typische Osterfrühstück gibt, an dem ich mich wohlfühle. Sowas ähnliches habe ich bisher nicht in Frankfurt gefunden oder davon in Erfahrung bringen können. Liegt auch daran, das mein Empfinden in meinem Umfeld weniger Menschen in die Kirche oder zu einer speziellen Kirche oder Gottesdienst gehen. Interessant finde ich dabei auch die Überlegungen und Betrachtung von Heiko Kuschel bei den evangelisch.de-Weblogs zu Erntedank.

Dankbar an Erntedank bin ich für die aktuelle Situation in der ich bin. Ich habe eine Arbeit, die mir Spaß macht, lebe mich in einer neuen Wohnung in der Stadt Frankfurt (Ostend) ein, bin dadurch auch noch näher am Geschehen in der Stadt, habe auch und gerade trotz der Wahlergebnisse noch Lust und Spaß meine ehrenamtliche politische Arbeit in eine Unter-5%-Partei zu stecken. Und ich habe in wenigen Wochen Urlaub und freue mich schon Freunde und Verwandte in Übersee wiederzusehen und dort meinen Geburtstag zu feiern.

Und auch wenn ich nicht jeden Sonntag in die Kirche oder in einen Gottesdienst gehe, so gibt es immer wieder doch diese stillen Momente. Ganz für mich alleine. Zeit, die ich für mich verwenden kann und darf. In der ich alle Geräte ausschalte, tief Luft holen und eine Zeit lang entspannen kann. Dafür bin ich auch Gott dankbar. Ich spüre weiterhin eine gewisse Stärke durch meinen Glauben um die vielen Ereignisse (vergangene und kommende) zu bewältigen.

Und wie geht ihr an Erntedank um? Seid ihr für was dankbar? (Keine Sorge, ich werde und möchte niemanden missionieren, Religion ist weiterhin Privatsache – und das ist auch gut so.)

Und während ich diese Zeilen gerade schreibe, flatterte folgendes Bild durch meine Twittertimeline und ich das passte so in meine heutigen Gedankengänge (nicht alle schreibe ich hier auf):

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Eine nette Idee und Umsetzung einer Kirchengemeinde hier in Frankfurt. Tweet von @nochsoeiner.

Einen schönen Erntedanksonntag wünsche ich euch🙂