Warum mir die PR-Kampagne #umparkenimkopf von Opel nicht gefällt


Gestern (Samstag, 1.3.) schwirrte über meine Twittertimeline der Hashtag #umparkenimkopf das erste Mal rum und ich betätigte eine Suchmaschine um herauszufinden was es damit auf sich hatte. Ich klickte dann auf den Link der zu der Website führte, die schwarz-gelb mit Fotos und Videos und Tweets bestückt ist. Die Kacheln der Website ändern sich alle paar Sekunden und haben den Windows8-Kacheleffekt. Sowas nervt (meine Meinung). Mir wurde also nicht gleich klar, um was es sich hier handelt, also klickte ich ein Video an (das mit Bettina Zimmermann). Im Grunde soll es darum gehen, bei sich selber im Kopf anfangen zu denken. Nur hätte ich das „umdenkenimkopf“ genannt. Also betrachtete ich mir weitere Spots und Grafiken und irgendwoher kamen mir der Schriftzug bekannt vor. Ich wechselte wieder ins Tab mit den Suchergebnissen und fand mehrere Artikel die auf eine PR-Kampagne von Opel hindeuteten. Dann wieder zurück zur Kampagnenseite und das Impressum geöffnet. Da stand nichts von Opel oder so drauf. Inzwischen wurde die Website aktualisiert und nun geben sie sich doch zu erkennen. (Zum Glück wurde darüber im Blog „florakiez“ etwas früher gebloggt, deshalb auch den Blogbeitag dazu lesen) Dennoch fand ich im Impressum den Bereich zu „Hyperlinks“ sehr lustig und machte einen Screenshot davon:

Bildschirmfoto 2014-03-01 um 07.58.35

 

Auch nun wurde der Bereich aktualisiert, sieht nun so aus:

Bildschirmfoto 2014-03-02 um 17.21.26

 

Ich setzte auch gestern einen Tweet und einen Google+-Beitrag deswegen ab. Wenige Minuten später fand ich sogar meinen Google+Beitrag in der Googlesuche wieder, damals an dritter Stelle, eben (2.3.14, 17:30) noch mal nachgesehen und nun an vierter Stelle:

Bildschirmfoto 2014-03-02 um 17.23.40

Mich störte an der Kampagne vor allem, das anfangs und zu Beginn nicht klar mitgeteilt wurde, das es sich um eine Opel-Werbung/Kampagne handelt und das bis auf das Impressum (Stand: 2.3.14, 17:30 Uhr) nicht auf Opel hingewiesen wird. Die Grundidee Menschen über bestimmte Themen zum nachdenken anzuregen finde ich super und wichtig. Es gibt doch auch viele andere Initiativen und NGOs, die auch über das Nachdenken anregen, manchmal zur Advents- und Winterzeit, oder an anderen Tagen und Ereignissen im Jahr.

Ich selber gebe ja auch zu, ein Opel Corsa über 15 Jahre gefahren zu haben und bis zum Ende auch zufrieden gewesen zu sein. Mit der Imagekampagne mit dem Trainer von einem Fußballverein fand ich die Marke Opel wieder attraktiver – sie verliert aber weiter bei mir wenn sie irgendwelche Models oder TV-Shows sponsert. Lieber wie bei Toyota und den Tatort-Schauspielern bleiben (die gefällt mir sehr gut, nicht nur wegen Jan Josef Liefers).

Das ich mir kein neues Auto anschaffen werde durch eine Kampagne ist klar. Ich wohne nun in der Stadt und habe dort die Annehmlichkeiten eines ÖPNV. Und wenn ich dennoch ein Auto bräuchte, so leihe ich mir eines von Freunden, Bekannten oder Autoverleihern. Aber eines kaufen kommt für mich derzeit nicht in Frage. Natürlich spielt die Kampagne darauf auch nicht an. Aber mir geht es im Wesentlichen das zuerst keine Transparenz und Offenheit darüber kommuniziert wurde.

Leute – denkt lieber selber nach, klickt nicht einfach nur weil es einfach ist mit dem „Klickivismus“ Kampagnen und Sprüche an die ehrlich gesagt nicht spannender oder aussagekräftiger sind als kochendes Wasser. Unterstützt lieber Kampagnen von amnesty international, attac, kirchlichen Verbänden oder Institutionen wie z.B. Brot für die Welt anstelle von so Weichspül-Imagebereinigungs-Opel-Kampagne.

Tut mir leid für all diejenigen, die echt gemeint haben, das sei eine super Kampagne weil die Grundidee eigentlich super ist. Umdenken im Kopf ist immer klasse. Nur das mit dem Umparken klappt nicht immer. Ich habe auch umgedacht oder umgeparkt. Und wer mich eines besseren belehren möchte – bitte die Kommentare sind offen für euch.

6 Antworten zu “Warum mir die PR-Kampagne #umparkenimkopf von Opel nicht gefällt

  1. Ist doch toll, dass bei dir die Werbung funktioniert hat. Du bist selbst aufmerksam geworden und hast dich auf die Suche gemacht. Werbung ist doch vor allem dann doof, wenn sie offensichtlich ist. Hier schaffen es die Macher aber, ein Interesse zu wecken. Bei mir hat es genauso geklappt.

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  2. Hast Du gesehen, dass die Kampagne sogar auf den Beamern in der U-Bahn läuft? Wirklich fast alle Kanäle, die hier zeitgleich bedient werden.

    (die Ankündigung zur Kampagne stand diese Woche bei W&V oder Meedia, ebenfalls der Hinweis zu Opel.)

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      • Ich hatte von einem SW-Hersteller auf einen Verbesserungshinweis hin (Einbringen von Links auf öffentliche online-TV-URLs) auch erklärt bekommen, er dürfe das nicht ohne vorherige Zustimmung ! Die gesetzliche Regelung / laufende Rechtsprechung ist wohl auch hierzu stark “volatil” :[

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